Schwimmen gehen mit Kontaktlinsen? Nicht die beste Idee des Sommers!

Ein heißer Sommertag, der Badesee glitzert, die Freunde sind schon im Wasser. Sie springen hinterher – die Kontaktlinsen bleiben einfach drin. Für Millionen Menschen gehört diese Selbstverständlichkeit zum Sommer. Und genau hier beginnt eine Geschichte, die Dr. Kaiser als Ihre Augenärztin in Wiesbaden häufig länger beschäftigt als der Sommer dauert.

Anfang Juli 2026 haben die Stiftung Auge und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) erneut deutlich gewarnt: Wer mit Kontaktlinsen schwimmt, riskiert eine der hartnäckigsten Augeninfektionen überhaupt – die Akanthamöben-Keratitis. Dabei handelt es sich um eine zwar seltene, aber potenziell erblindende Hornhautentzündung, die durch winzige Amöben verursacht wird. Die gute Nachricht vorweg: Sie schützen sich mit wenigen, einfachen Handgriffen zuverlässig. Diese Handgriffe lohnt es sich zu kennen.

Unsichtbar für das Auge, aber höchst unangenehm – winzige Amöben im Wasser

Akanthamöben sind mikroskopisch kleine Einzeller, die praktisch überall leben: in Badeseen und Flüssen, im Meer, im Boden – und selbst im Leitungswasser. Für gesunde Haut und ein intaktes Auge sind sie in aller Regel harmlos. Sie begleiten uns unbemerkt durch den Alltag.

Ihre Eintrittskarte ins Auge heißt Kontaktlinse. Besonders an weichen Linsen haften die Parasiten hervorragend an. Kommt dann eine winzige Verletzung der Hornhaut hinzu – oft genügt ein Sandkorn oder Staubpartikel, das unter die Linse gerät –, finden die Amöben ihren Weg ins Gewebe. Weiche Linsen verschlechtern zusätzlich die Sauerstoffversorgung der Hornhaut und machen ihre Oberfläche empfänglicher für solche Mikroverletzungen. Aus einem harmlosen Mitbewohner wird so ein gefährlicher Eindringling.

Akanthamöben-Keratitis – die kritische Phase

Der Zusammenhang der Akanthamöben-Keratitis mit dem Baden ist gut belegt. Eine österreichische Langzeitstudie bestätigt internationale Beobachtungen: Die Fälle häufen sich in den Sommermonaten, mit einem Gipfel im August – parallel zur steigenden Zeit im Wasser. Je öfter Kontaktlinsenträger baden, duschen oder ihre Linsen mit Wasser in Kontakt bringen, desto größer die Gelegenheit für die Amöben.

Die Statistik zeichnet ein klares Bild: Rund 90 Prozent der Erkrankten tragen weiche Kontaktlinsen. Die Infektion trat als Krankheitsbild überhaupt erst auf, seit es Kontaktlinsen gibt.

Wenn aus Badespaß Ernst wird

Nehmen Sie als Kontaktlinsenträger diese Thematik bitte nicht auf die leichte Schulter. Das bisschen Wasser im Auge: Was soll schon sein? Akanthamöben sind Einzeller. Einmal in die Augen gelangt, fressen die Parasiten ein Loch in Ihre Hornhaut. Wer nichts dagegen unternimmt, läuft Gefahr, eine bleibende Sehminderung zu haben. Sonst ist klar: Die Akanthamöben-Keratitis ist eine schwere Erkrankung.

Etwa jede sechste betroffene Person benötigt am Ende eine Hornhauttransplantation. Die Behandlung kann sich sich über Monate hinziehen, denn gegen die Parasiten helfen Antibiotika allein wenig. Zum Einsatz kommen spezielle desinfizierende Mittel, sogenannte Antiseptika. Erschwerend kommt hinzu: In der Frühphase ähnelt das Bild oft einer Herpes-Infektion des Auges. Diese Verwechslung kostet vielfach wertvolle Zeit. Den sicheren Nachweis liefern Abstriche, Gewebeproben, molekularbiologische Verfahren (PCR) und moderne Bildgebung.

Gefräßige Parasiten im Auge – was tun?

Diese Signale gehören sofort in fachkundige Hände. Wobei ein Merkmal besonders typisch ist: starke Augenschmerzen, die kaum zum sichtbaren Befund passen. Dazu kommen eine

  • deutliche Rötung,
  • verschwommenes Sehen,
  • ein Fremdkörpergefühl und
  • ausgeprägte Lichtempfindlichkeit.

 

Treten in der ersten Woche nach einem Badeausflug auffällig starke Schmerzen und eine Rötung im Auge auf, gehören Sie umgehend in augenärztliche Behandlung. Je früher die Diagnose steht, desto besser die Aussichten. Zögern schadet hier mehr als jede Vorsichtsmaßnahme.

So genießen Sie den Sommer mit Kontaktlinsen

  • Linsen raus vor dem Wasser | Nehmen Sie die Kontaktlinsen heraus, bevor Sie schwimmen, tauchen oder duschen. Der einfachste und wirksamste Schritt.

  • Tageslinsen für flexible Tage | Wer unterwegs auf Linsen setzt, wählt Tageslinsen – und entsorgt sie zuverlässig nach einmaligem Gebrauch.

  • Eine gut sitzende Schwimmbrille | Sie hält das Wasser dort, wo es hingehört: außerhalb des Auges. Wichtig ist ein sauberer Abschluss und konsequentes Tragen. Besonders elegant sind Schwimmbrillen mit Sehstärke, die sich für beide Augen individuell zusammenstellen lassen.

  • Pflege nur mit dem richtigen Mittel | Reinigen und lagern Sie Ihre Linsen ausschließlich mit der dafür vorgesehenen Lösung. Leitungswasser bleibt außen vor.

  • Den Kopf über Wasser halten | Wenn die Linsen doch einmal drinbleiben: nicht untertauchen und die Augen unter Wasser geschlossen halten.

Schwimmen mit Kontaktlinsen

Gute Beratung – der beste Schutz für Ihre Augen

Viele unserer Patientinnen und Patienten tragen ihre Kontaktlinsen seit Jahren – oft ohne medizinische Beratung. Dabei entscheidet genau die: das passende Linsenmaterial, die richtige Trageweise für Ihren Alltag und Ihre Augen, individuelle Tipps zur Handhabung in Wasser und Sommerhitze. Die regelmäßige augenärztliche Kontrolle schafft Klarheit darüber, was für Ihre Augen wirklich passt – und schützt zuverlässig. Und sollten Ihre Augen nach einem Badetag brennen, drücken oder schmerzen: Kommen Sie zu uns. Wir nehmen uns die Zeit, schauen genau hin und behalten dabei immer den ganzen Menschen im Blick.

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Vereinbaren Sie einen Termin für eine ausführliche Beratung. Gemeinsam finden wir den optimalen Weg, um Ihre Augengesundheit zu schützen. Ihre Augen verdienen die beste Versorgung – wir freuen uns darauf, Sie in unserer Praxis begrüßen zu dürfen.